Programm 4

Zwangsarbeit und Widerstand im Nationalsozialismus

Über 13 Millionen zivile Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangene, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma mussten zwischen 1938 und 1945 im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten. Zudem wurden auch in den besetzten Gebieten 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder zur Arbeit für die Nationalsozialisten gezwungen.

 

Am ersten Tag lernen die Jugendlichen im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit am historischen Ort eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers das System NS-Zwangsarbeit kennen. Sie informieren sich über die Lebensbedingungen im Lager und beschäftigen sich mit Biografien von Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern, die für die Nationalsozialisten arbeiten mussten.

 

Mit diesem Vorwissen setzen sich die Jugendlichen am zweiten Tag im Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt mit den Geschichten der Menschen auseinander, die ab 1940 in der Bürsten- und Besenwerkstatt des Unternehmers Otto Weidt Zwangsarbeit leisteten. Dieser riskierte sein Leben, um seine hauptsächlich blinden und gehörlosen jüdischen Zwangsarbeiter*innen vor Verfolgung und Deportation zu schützen.

 

Am dritten Tag erforschen die Jugendlichen im Museum Berlin-Karlshorst die Zusammenhänge zwischen dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, und dem System Zwangsarbeit. Sie spüren dem besonderen Schicksal der sog. „Ostarbeiter*innen“ nach, von denen ca. 3 Millionen ins Deutsche Reich verschleppt wurden und die gemäß der NS-Rassenideologie in der Hierarchie innerhalb der Gruppe der zivilen Zwangsarbeiter*innen ganz unten standen.

ab 9. Klasse

1. Tag, 4 Stunden:

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Workshop Schüler erforschen NS-Zwangsarbeit - Geländeselbsterkundung

2. Tag, 4 Stunden:

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

3. Tag, 3 Stunden:

Museum Berlin-Karlshorst, Workshop in der Dauerausstellung zum Deutsch-Sowjetischen Krieg