Programm 5

Erinnern – ja, wie denn?

Orte des Erinnerns an die Vertreibung und Verfolgung der Juden in der NS-Zeit – Beispiele in Berlin-Mitte und Schöneberg


Was erinnert im heutigen Stadtbild noch an die Verfolgung der Berliner Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten?

 

In der Spandauer Vorstadt im Bezirk Mitte befanden sich der älteste jüdische Friedhof und die älteste Synagoge Berlins. Otto Weidt betrieb hier ab 1940 seine Besen- und Bürstenwerkstatt, in der er versuchte, seine blinden und gehörlosen jüdischen Arbeiter*innen vor den Nazis zu retten. Das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt widmet sich den Geschichten der ehemaligen Arbeiter*innen und deren Helfer*innen.  

 

Im Bayerischen Viertel in Schöneberg lebten fast drei Jahrzehnte lang jüdische und nicht-jüdische Bewohnerinnen und Bewohner Tür an Tür. Heute erinnert ein Denkmal aus 80 Schildern an die schrittweise Ausgrenzung, Vertreibung, Verfolgung und Ermordung der jüdischen Nachbarn. Mit einem Audio-Guide wird die Geschichte des Quartiers erforscht, ergänzt um Recherchen im Archiv.

 

Dieses dreitägige Programm zeigt anhand von Beispielen, wie unterschiedlich Erinnern in Berlin aussieht. Die Jugendlichen finden heraus, wer hier an welche Menschen, Orte oder Ereignisse erinnert – und seit wann. Und sie denken darüber nach, was Erinnern und Gedenken für sie und für ihr eigenes Leben bedeutet.

ab Klasse 6 / ab 11 Jahren
alle Schulformen

1. Tag, 4  Stunden:

Einführung, Stadtspaziergang zum Gedenken in der Spandauer Vorstadt – Anne Frank Zentrum

2. Tag, 5 Stunden:

Rundgang zum Denkmal im Bayerischen Viertel – Jugend Museum